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Donnerstag, 5. April 2012

Möbelmacher-Interview in der Trialog, dem Businessmagazin der Datev

Im Magazin der Datev erschien dieses Interview

Pia Weber hat mit uns dieses Interview geführt

Schlicht „Die Möbelmacher“ heißt das Unternehmen von Gunther Münzenberg
und herwig Danzer – das kleine „h“ ist sein Markenzeichen. Weil sie an regionale
Wirtschaftskreisläufe glauben, bevorzugen sie Material aus der Frankenalb.

TRIALOG: Was macht Ihr Unternehmen
so erfolgreich?
herwig Danzer und Gunther Münzenberg:
Wir sind Überzeugungstäter. Wir haben
den Betrieb gegründet, weil wir ausschließlich
massives Holz und andere
wohngesunde Materialien verarbeiten
wollten. Zwar war es anfangs nicht leicht,
konsequent Kunden wegzuschicken, die
Möbel aus Spanplatten wollten. Aber genau
das hat uns glaubwürdig gemacht.
Unser überschaubarer Handwerksbetrieb
mit 16 Beschäftigten verarbeitet zu mindestens
95 Prozent Holz aus der Region.

Wie entstehen die Ideen für Möbel
und Einrichtungen?
Wir planen und fertigen individuell nach
den Vorstellungen der Auftraggeber. Ihre
ausgefallenen Wünsche stärken unsere Innovationskraft.
Typisches Beispiel sind die
glatten Frontflächen unserer Massivholzküchen.
Eine Kundin wollte dieses Design
statt der üblichen Rahmentüren. Wir entwickelten
deshalb eine spezielle Technik,
mit der wir unser heimisches Holz zu einer
glatten Frontfläche verarbeiten können.

Sie verkaufen weder Waren von der
Stange, noch drucken Sie Kataloge.
Wir haben von Beginn an Kalender in
Form von Jahrbüchern erstellt, in denen
wir von uns gefertigte Möbel und Einrichtungen
zeigen. Das inspiriert neue Kunden.
Wichtig sind für uns jedoch die neuen
Medien. Wir haben bereits seit 1998
eine Webseite, nutzen intensiv Facebook
oder Twitter und betreiben seit 2005 auch
einen Blog zum Thema Nachhaltigkeit.

Was erreichen Sie damit?
In dem Blog kommunizieren und diskutieren
wir täglich mit unseren Kunden und
auch mit allen, die an diesem Thema interessiert
sind. Dabei geht es nicht nur um
unsere Produkte, sondern um eine ganz
breite Themenpalette, die von Ökologie
über regionale Wirtschaftskreisläufe bis
zu Design reicht.

Ist es für ein kleines Unternehmen
nicht sehr zeitaufwändig, so intensiv
die neuen Medien zu nutzen?
Ja. Aber bei uns funktioniert das, weil wir
unsere Aufgaben als Geschäftsführer klar
auf die Bereiche Fertigung und Verwaltung
einerseits sowie Marketing und Verkauf
andererseits aufgeteilt haben. Zum
Marketing gehört es, unsere Leistungen
im Web vorzustellen und allgemein aktiv
Netzwerken zu betreiben.

Warum sind dabei gerade die regionalen
Wirtschaftskreisläufe so wichtig?
Sich dafür stark zu machen hat eine ökologische
und eine ökonomische Komponente.
Die Menschen in der Region sollen
sich der Existenz unseres Unternehmens
bewusst und stolz auf unsere Leistung
sein, aber sie sollen natürlich auch unsere
Möbel kaufen. Daher haben wir beispielsweise
den „Initiativkreis Holz aus der
Frankenalb“ mitinitiiert.
Was bringt diese Verbandsarbeit?
So können wir überzeugender Marketing
betreiben oder Kampagnen starten, an denen
sogar schon das Wirtschaftsministerium
beteiligt war. Überregionale Zeitungen
wie Die Zeit oder taz haben berichtet,
der Bayerische Rundfunk hat einen Beitrag
gesendet. Unser Unternehmen allein
hätte nie so viel Beachtung gefunden.

STECKBRIEF
herwig Danzer
Gunther Münzenberg
Kennengelernt haben sich Gunther Münzenberg
und herwig Danzer 1982 beim Drachenfliegen
– und schnell entdeckt, dass sie auch
die Leidenschaft für Möbel aus Massivholz
teilen. Danzer finanzierte sein Studium der
Germanistik, Politik und Soziologie an der
Ludwig-Maximilians-Universität in München
mit dem Verkauf von Holzspielsachen aus
eigener Produktion in seinem 1982 gegründeten
Unternehmen „Spielratz“. Münzenberg
absolvierte nach dem Besuch der Waldorfschule
eine Ausbildung zum Schreinermeister
in Garmisch-Partenkirchen. Danach arbeitete
er in einer Lehrwerkstatt und im Messebau.
1988 gründeten die beiden die Massivholzschreinerei
Die Möbelmacher GmbH in
Kirchensittenbach bei Nürnberg.


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